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Fragen zur Herstellerkalibierung

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Ist imc ein akreditiertes / zertifiziertes Prüflabor?

 

imc betreibt kein akkreditiertes Kalibrierlabor, wir setzen aber die Forderungen der ISO 17025 in unserem eigenen QM-System konsequent um. imc ist seit Mai 1995 nach DIN EN ISO 9001 zertifiziert.

Dürfen, wie in TS16949/QS 9000 gefordert, nur akkreditierte Labore beauftragt werden?

 

Die Forderung der QS 9000, der ISO/TS16949 und anderer Managementsysteme nach einer Akkreditierung richtet sich an Prüf- bzw. Kalibrierlaboratorien, die von Zulieferern an die Automobilindustrie beauftragt werden. Durch die Akkreditierung der Kalibrierverfahren nach z. B. DIN EN ISO/IEC 17025 (Allgemeine Anforderungen an die Kompetenz von Prüf- und Kalibrierlaboratorien) soll die Kompetenz nachgewiesen werden, wobei die Akkreditierung durch einen unabhängigen Dritten eine (sehr transparente) Form des Kompetenznachweises ist.

Alternativ bietet z. B. die QS 9000 eben diesen Zulieferern die Möglichkeit, auch auf den Hersteller des Prüf-Equipments für eine Kalibrierung zurückzugreifen. Diese Hersteller müssen aber nicht zwingend akkreditiert sein, sondern können auf anderem Wege ihre Kompetenz darlegen, z. B. durch Selbsterklärung, Qualitätssicherungsvereinbarungen oder Audits. Natürlich findet sich im Regelwerk (QS 9000) selbst die entsprechende Textstelle (QS 9000 3rd edition, 4.10.6 Forderungen an Laboratorien des Lieferanten).
Jedoch ist durch die anzuwendende Norm DIN EN ISO/IEC 17025 eine Akkreditierung als Prüf- oder Kalibrierlabor nicht gefordert.

Warum ist imc gleich gut qualifiziert wie ein akkreditiertes Prüflabor?

 

Z.B. ist dies in DAR-4-EM-03 „Leitfaden zur Rückführung im Prüfwesen“ dargestellt, unter Abschnitt 3 „Instrumente der Rückführung im Prüfwesen“ – Kompetenznachweis - Messtechnische Rückführung auf SI-Einheiten steht (Auszug):
...
Danach können die entsprechenden Forderungen der DIN EN ISO/IEC 17025 als erfüllt gelten, wenn
...
(3.1.3) ein Kalibrier- oder Prüfschein vom Hersteller der Mess- oder Prüfeinrichtung vorliegt, welcher die Kalibrierung und die Rückführung auf SI-Einheiten mittels dokumentiert rückgeführter Bezugsnormale im Sinne des Punktes 3.1.5 und unter Nutzung allgemein anerkannter Verfahren darlegt bzw. die Kalibrierung und die Rückführung auf SI-Einheiten durch ein kompetentes Kalibrierlaboratorium darlegt;
...
(3.1.5) die Kalibrierung im Prüflaboratorium mittels allgemein anerkannter und festgelegter Verfahren erfolgt und dafür geeignete Bezugsnormale, die durch ein kompetentes Kalibrierlaboratorium außerhalb oder innerhalb des Prüflaboratoriums rückführbar kalibriert wurden, zur Verfügung stehen;
Die Punkte 3.1.3 und 3.1.5 werden durch die imc Prüfmittelverwaltung sicher gestellt.

Kann ich imc Messgeräte nur bei imc kalibrieren lassen? Kann ich ein imc Messgerät selbst kalibrieren? Wer kann imc Messgeräte kalibrieren?

 

Natürlich können Sie jedes akkreditierte Kalibrierlabor mit der Kalibrierung beauftragen. Oft ist es dem Anwender mit Hilfe seiner hauseigenen Kalibrierstelle auch relativ einfach möglich, selbst die verwendeten Messkanäle zu kalibrieren bzw. es wird ohnehin vor jeder Messung eine Kalibrierung der gesamten Messkette durchgeführt. In diesen Fällen empfehlen wir eine Wartung der Messsysteme alle 24 bis 60 Monate je nach Typ und Anwendung. Gerne sind wir Ihnen bei der Erstellung von Prüfplänen behilflich.

Justage und ein kompletter Funktionstest für die imc Messgeräte sind zurzeit nur bei imc möglich.

Arbeitet imc mit einem akkreditierten Kalibrierlabor zusammen? Welches akkreditierte Kalibrierlabor kann imc empfehlen?

 

Die bei imc verwendeten Referenzen und Normale werden regelmäßig im Rahmen unserer Prüfmittelüberwachung in akkreditierten Kalibrierlaboren kalibriert und ggf. justiert.

Viele unserer Kunden haben akkreditierte Kalibrierlabore mit Ihrer Prüfmittelüberwachung beauftragt. Diese beauftragen wiederum uns als kompetenten Hersteller mit allen Servicearbeiten, die über eine Kalibrierung hinausgehen wie Justage, kompletter Funktionstest, Systempflege, Wartung, Reparaturen, Leihgeräteservice etc. Insofern arbeiten wir mit allen Kalibrierstellen der Firmen und selbständigen Kalibrierlaboren seit Jahren eng und kooperativ zusammen. Da die Kompetenz der akkreditierten Kalibrierlabore durch unabhängige Begutachter regelmäßig überprüft wird, können wir hier keine besondere Empfehlung geben.

Wo kann ich das für eine Kalibrierung oder Justage benötige Equipment kaufen?

 

Gerne bieten wir Ihnen entsprechendes Zubehör an: Für eine Kalibrierung benötigen Sie i.a. die gerätespezifische Anschlusstechnik; wahrscheinlich Musterprotokolle und einen Prüfplan. Gerne sind wir Ihnen bei der Erstellung von Prüfplänen und Schulungsplänen für Ihr Personal behilflich.
Der Erwerb des für eine Justage / Kompletttest nach Herstellerspezifikation benötigten Equipments sowie der Erwerb und Erhalt des „know how“ sind jedoch nur wirtschaftlich, wenn Sie sehr viele (> 100) gleichartige Systeme regelmäßig prüfen müssen bzw. bei sehr hohen logistischen Aufwendungen für Versand. Typische Servicearbeiten (Reparatur, Systempflege, Update, Umbau, Wartung) sind jedoch weiterhin nur bei imc möglich.

Zertifikat (Werkskalibrierschein): Warum sind standardmäßig keine Messwerte pro Kanal angegeben?

 

Im Allgemeinen genügt unseren Kunden der imc Werkskalibrierschein mit Kalibrierzertifikat nach DIN EN ISO 9001 für 1 Gerät. Die imc Kalibrierung beinhaltet eine Eingangskalibrierung (Feststellung der Istwerte, über Abweichungen außerhalb der Toleranzen wird der Anwender informiert), eine komplette Funktionsprüfung, einen erneuten Abgleich mit anschließender Kalibrierung. Der Anwender erhält einen Werkskalibrierschein ohne Messwerte.

Der Werkskalibrierschein erklärt die Gültigkeit der Kalibrierung anhand der aufgeführten Seriennummern (Identifikation des Prüflings); über die Seriennummern des Systems und der Messmodule erfolgt eine eindeutige Zuordnung zu den Protokollen mit den Messwerten; in den Dateiköpfen der Protokolle sind die jeweils verwendeten Prüfmittel und Referenzen mit Ihren imc Prüfmittelnummern aufgeführt.

Optional kann ein kompletter Protokollsatz mit Messwerten und Liste der verwendeten Prüfmittel bestellt werden (Messwerte “wie erhalten” + “nach Abgleich”). Solch ein kompletter Protokollsatz wird z. B. für Trendanalysen zur Bestimmung von Kalibrierintervallen oder im Rahmen von Typtests und Qualitätssicherungs-Audits benötigt, ist aber für einen zurückgeführten Kalibriernachweis nach z. B. ISO 9001ff nicht notwendig. Wir liefern diesen vollständigen Protokollsatz nicht standardmäßig mit, um Kosten für uns und unsere Kunden zu sparen. Die Kalibrierprotokolle mit den Messwerten werden jedoch immer automatisch archiviert und sind 10 Jahre nachlieferbar.

Kommen Geräte zu uns zu Servicearbeiten, wie Inspektion, Wartung oder Reparatur, liefern wir zusätzlich einen Servicebericht, auf dem alle arbeiten vermerkt sind.

Was bedeutet das bei Neugeräten mitgelieferte Kalibrierzertifikat?

 

Standardmäßig liefern wir zu allen Messgeräten einen Werkskalibrierschein mit einer Auflistung der Gerätemodule mit Ihren Seriennummern. Dieser Schein ist praktisch eine Erklärung, dass wir (auf Nationale Normale) zurückgeführt kalibriert haben. Die Kalibrierprotokolle mit den Messwerten werden automatisch archiviert und sind optional lieferbar (bis zu 10 Jahre auch nachlieferbar). Im Protokollkopf sind die jeweils verwendeten Prüfmittel mit ihrer imc internen Prüfmittelnummer angegeben, darüber und durch unser Prüfmittelmanagement nach ISO 9001:2008 ist die Rückführung gewährleistet.

Manchmal bekomme ich von imc ein Testzertifikat und kein Kalibrierzertifikat, was ist der Unterschied?


Bei rein digitalen Modulen (z. B. DI, DO, ENC, INC, imc BUSDAQ ...) oder nach Test von Geräten im Service, bei denen keine Kalibrierung bestellt ist, zertifizieren wir den Funktionstest mit einem Testzertifikat. Das ist eine freiwillige Zusatzleistung von imc, es besteht kein Rechtsanspruch.

Messwerte dafür werden i.a. nicht archiviert, können aber gegen Aufpreis aufgenommen werden; es ist aber keine nachträgliche Lieferung der Messwerte möglich.

Wo finde ich die Angaben zur Messunsicherheit?

 

Frage: Bei unserem Akkreditierungsaudit wurde vom Auditor beanstandet, dass die Gesamtmessunsicherheit der bei Ihnen zur Kalibrierung verwendeten Messkette im Kalibrierzertifikat nicht angegeben ist. Um zukünftige Probleme bei unserer Akkreditierung zu vermeiden, bitten wir um eine Angabe der Messunsicherheit Ihrer zur Kalibrierung verwendeten Messkette in den Kalibrierungsunterlagen.

Die Gesamtmessunsicherheit der Messkette geben wir in unseren technischen Datenblättern an sowie im Kalibrierschein im Feld Bemerkungen.
Die Messunsicherheitsangabe im Kalibrierschein bezieht sich auf die gesamte Messkette vom Vergleichsnormal bis zum Prüfling!
z.B. Messunsicherheitsangabe: < 0,05 % vom eingestellten Messbereichsendwert bzw. < 1 K wenn nicht anders im Protokoll angegeben.
Dadurch werden die Unsicherheiten des Normals, des Prüfaufbaus, bei Wiederholmessung, zwischen verschiedenen Prüfständen, der Raumtemperatur sowie des Prüflings bereits berücksichtig!

Im Manual wird die Verstärkerunsicherheit als <0,05% "von der Anzeige" definiert; hier müsste sicher "vom Verstärkungsbereich" stehen?

 

< 0,05% von der Anzeige ist in diesem Fall die richtige Formulierung für den Verstärkungsfehler; vom angezeigten Wert, nicht vom Messbereichsendwert.

D.h. der absolute Fehler ist bei kleinen Werten kleiner als bei großen (Verstärkungsfehler).

Der Offsetfehler ist in % vom Messbereichsendwert (in der Bedienoberfläche einstellbar) angegeben. Der Gesamtfehler setzt u.a. sich aus Offset- und Verstärkungsfehler zusammen.

Mitunter gibt es "Interpretationsspielraum" und daraus resultierend Nachfragen bei Audits hinsichtlich der Angaben zum Ausstellungsdatum und Kalibrierdatum auf den Kalibrierscheinen, können Sie das bitte erläutern?

 

Die Erläuterung wurde ab 09/2006 als Fußnote auf dem Kalibrierschein aufgenommen.

Ausstellungsdatum:
Tag der Erstellung des Kalibrierscheins. Wenn nicht anders angegeben, ist das Ausstellungsdatum auch das Datum der letzten Kalibrierung durch imc. Eine Zweitausfertigung eines Kalibrierscheins (certified copy) ist entsprechend gekennzeichnet.

Datum der letzten Kalibrierung:
Ist das Ausstellungsdatum des Kalibrierscheins abweichend zum Datum der letzten Kalibrierung, so geben wir dieses Datum zusätzlich auf dem Kalibrierschein an.
Technisch bedingt kann der Protokollsatz für ein Messsystem aus mehreren Protokollen bestehen mit u.U. unterschiedlichem Datum der Durchführung der jeweiligen Kalibrierung. Das Datum der letzten Kalibrierung entspricht dann dem Erstelldatum des letzten Kalibrierprotokolls, welches zum Messsystem gehört.

Kann imc auch eine DKD Kalibrierung durchführen?

 

Für die von uns gelieferten imc-Messgeräte bieten wir keine DKD-Kalibrierung an. Wir können jedoch auf Anfrage ausschließlich Kalibratoren mit DKD-Kalibrierschein verwenden. Dies müsste jedoch sinnvoller Weise bereits bei der Bestellung angegeben werden. Bei der Entwicklung unserer Kalibrierverfahren berücksichtigen wir die Verfahren, wie sie z.B. beim DKD beschrieben werden.

Frage: Kalibrierprotokoll mit „fail“ Bewertung

Die Eingangskalibrierung erhält eine "fail" Bewertung, wenn ein Kanal die maximale Toleranz überschreitet. Die Eingangskalibrierung beschreibt also den IST-Zustand vor der Justage. Nach der Eingangskalibrierung erfolgt die Justage aller Kanäle, anschließend wird das mit der Ausgangskalibrierung überprüft und nachgewiesen. Auf der Ausgangskalibrierung darf keine "fail" Bewertung vorkommen, denn sie beschreibt den IST-Zustand nach der Justage.

Die Toleranz für die Abweichung eines Kanal bei der Kalibrierung ist sehr viel enger definiert als die Toleranz laut technischem Datenblatt.

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